Ein Rollenspiel für eine kontroverse Debatte vorbereiten
Wie Politiklehrerin Aylin mit KI unterschiedliche Rollen und Perspektiven für eine Unterrichtsdebatte entwickelt - ohne die Diskussion vorwegzunehmen.
Das Problem
Für eine Unterrichtseinheit zum Thema autofreie Innenstädte wollte ich eine Debatte durchführen. Die Schüler:innen sollten unterschiedliche Interessen vertreten und erleben, warum politische Entscheidungen selten nur eine einfache Pro-und-Contra-Frage sind. Die Rollen selbst auszuarbeiten hätte allerdings viel Zeit gekostet. Ausserdem wollte ich vermeiden, dass einzelne Positionen zu klischeehaft oder einseitig dargestellt werden.
So bin ich vorgegangen
Ich habe der KI zunächst das Thema, die Klassenstufe und das Ziel der Debatte beschrieben. Dann habe ich sie sechs unterschiedliche Rollen entwickeln lassen - jeweils mit Interessen, zwei nachvollziehbaren Argumenten und einem möglichen Ziel für die Verhandlung. Besonders wichtig war die Anweisung, keine Rolle als eindeutig „richtig“ oder „falsch“ darzustellen. Danach habe ich die Rollen auf Ausgewogenheit geprüft und einzelne Argumente verändert, damit sie zum Vorwissen meiner Klasse passten.
Das kam heraus
Ich erhielt sechs gut unterscheidbare Perspektiven, unter anderem aus Sicht einer Anwohnerin, eines Einzelhändlers, einer Schülerin, eines Busunternehmens und einer Person mit Mobilitätseinschränkung. Dadurch wurde die Debatte deutlich vielschichtiger als eine einfache Abstimmung zwischen „dafür“ und „dagegen“. Zwei Rollen habe ich noch vereinfacht und eine Perspektive ergänzt, die mir wichtig war. Die eigentliche Vorbereitung war trotzdem wesentlich schneller abgeschlossen.